Öffentliche Veranstaltungen

Das BIPP veranstaltet regelmäßig öffentlichen Vorträge und Vorlesungsreihen sowie Informationsveranstaltungen zu den Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an unserem Institut. Die Veranstaltungen finden meist bei freiem Eintritt und ohne vorherige Anmeldung statt und sind in der Regel von der Ärzte- oder Psychotherapeutenkammer zertifiziert.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Bitte beachten Sie:

Von Montag, den 16. März bis Montag, den 20. April 2020 ruht der Veranstaltungsbetrieb am BIPP. Derzeit planen wir, den Veranstaltungsbetrieb danach wieder aufzunehmen.

Mai

Juni 2020

Juli
30. Juni
Dienstag, 20:00 Uhr
Andreas Cremonini

Prekäre Verkörperungen: Die Figur des Helden zwischen Exemplarität und Singularität (D)

Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe Psychoanalytische Kulturwissenschaft in Kooperation des BIPP, des kulturwissenschaftlichen Instituts der Humboldt-Universität zu Berlin, der International Psychoanalytic University (IPU) und des ICI Berlin, organisiert von Wilhelm Brüggen (BIPP), Monika Englisch (BIPP) und Andreas Gehrlach (HU Berlin)

Was ist ein Held, eine Heldin? Eine Figur, die bestimmte menschliche Eigenschaften, verkörpert, die wir für exemplarisch halten und Dinge tut, die vorbildlich sind? Ein normatives Beispiel also, das an unser Handeln appelliert und zur Identifikation, Nachahmung und Wertschätzung einlädt und vielen ein Vorbild ist.
In der westlichen Kultur des späten 20. Jahrhundert ist diese Figur etwas aus der Mode gekommen. Das hängt wohl damit zusammen, dass im Zuge der Pluralisierung und Individualisierung der Lebensformen ein Konsens über verbindliche gemeinsame Normen im Schwinden begriffen ist. Das hat Folgen für die Art von Vorbild, die der Held oder die Heldin heute noch sein kann. Die ordnungsstiftende und handlungsorientierende Wirkungsmacht von Held*innen setzt in ihrer klassischen Form ein intaktes normatives Bezugssystem voraus. Doch was, wenn eine solche allgemeine Norm fehlt? Wenn mit der exponierten Stellung eines singulären Menschen keine Garantie auf einen starken Sinn verbunden wäre? Wäre dann das post-exemplarische Zeitalter zugleich ein post-heroisches?
Ungeachtet dieser Entwicklung hat sich in der Populärkultur des 20. Jahrhunderts ein neues Genre, das Genre der Superhelden, etabliert, welches sich zur Zeit einer großen Beliebtheit erfreut. Am Beispiel des kinematographischen Bildungsromans Iron Man, wird Cremonini der Frage nachgehen, ob und wann der Superheld auch unter postmodernen Bedingungen als beispielhaft verstanden werden kann.

Andreas Cremonini ist Philosoph und freier Wissenschaftler; er publiziert in den Bereichen Psychoanalyse, Phänomenologie und Theorien der Alterität. Zuletzt ist erschienen: Andreas Cremonini, Markus Klammer (Hg.): Bild-Beispiele. Zu einer pikturalen Logik des Exemplarischen, München 2020.
Weitere Informationen unter: www.ici-berlin.org

Veranstaltungsort: ICI Berlin, Christinenstraße 18-19, 10119 Berlin

Mai Juli